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10.08.2011

Vom Schwarzwald nach Australien

Mit dem Motorrad nach Australien: Diesen Traum erfüllt sich der Welschensteinacher Martin Brucker. Hier berichtet er über seine Erlebnisse.

Martin Brucker unterwegs: Weiter in den Norden Vietnams

Reifenflicken auf Vietnamesisch.

Nach überstandener Dengue-Fieber-Infektion kann Martin Brucker aus Welschensteinach  seine Reise in Richtung Australien nun fortsetzen. Hier sein jüngster Bericht aus Vietnam:

 

„Morgen geht es wieder auf die Straße. Fühle mich soweit wieder reisetauglich. Die Nachuntersuchung im Krankenhaus hat soweit nichts Besorgniserregendes mehr ergeben. Hat sich doch alles etwas länger hingezogen als ich vermutet hatte. Ich habe mir ein paar Tage mehr zur Regeneration gegönnt und wollte mit einem "guten Gefühl" losfahren. Mein Visa habe ich in Ho Chi Minh Stadt noch verlängern lassen. Ich hatte schon so eine leise Vorahnung, dass eine Visaverlängerung in Vietnam nicht ganz einfach sein würde, vor allem, wenn die Einreise über Land erfolgt ist. Die üblichen Tour-Operator hier in Ho Chi Minh Stadt schickten mich immer weg mit dem Hinweis, das sei nicht einfach, sie könnten mir in dieser Sache nicht weiterhelfen und ich solle zu jemandem gehen, der mehr Einfluss habe. Doch diesen „jemanden“ muss man erst einmal finden! Begründet wurde dies damit, dass ich ja auf dem Landweg nach Vietnam eingereist sei und nicht wie üblich mit dem Flieger.

 

Schlussendlich waren meine Bekanntschaften, die ich kurz nach meiner Auskunft in Ho Chi Minh Stadt machen durfte, sehr hilfreich. Um es kurz zu machen: Nach einer Woche bekam ich meine Visaverlängerung für einen Monat in meinen Reisepass gestempelt. Bin nun am Aufbrechen und schon neugierig, was mich im Norden Vietnams erwartet. Eine ungefähre Route habe ich mit meinen Bekannten abgesteckt. Aber wie das so ist auf meiner Tour, kann sich diese Route täglich wieder ändern.

 

Die Bilder entstanden bei einer meiner ersten Begegnungen in Vietnam. Unmittelbar nach meiner Einreise hatte ich mir auf den ersten Kilometern in Vietnam einen Plattfuß am Vorderrad eingefangen als ich gerade durch das erste Dorf fuhr. Wieder einmal Glück im Unglück: Ein etwas zahnloser Vietnamese kam sofort auf mich zu am Straßenrand und machte mir verständlich, dass ich ihm folgen solle. Ich schob mein Moped hinter dem Mann her und nach  ein paar Metern lieferte er mich in einer kleinen Hütte am Straßenrand ab. Keiner sprach so richtig Englisch, aber der Plattfuß sprach für sich allein. Es wurde nicht lange gezögert, der Besitzer der Hütte kam auf mich zu und wir begannen gleich mit der Arbeit. Wir hängten mein Moped am Lenker an einen Querbalken, bauten das Vorderrad aus und der Mann fing sofort damit an, einen Flicken aufziehen.

 

Und das macht man in Vietnam so: Der Gummiflicken wird zugeschnitten, passgenau zu einem ausrangiertem Kolben. Dieser wird von außen erhitzt und mit einem kleinen Schraubstock für einige Minuten auf das Loch gepresst. Ursache des Plattfußes war übrigens ein hinterhältiger rostiger, etwa 5 cm langer Nagel.

 

Während der Arbeit wurde ich mit Eistee und Brötchen, die mit irgendwas belegt waren, verköstigt. Die Kinder hatten ihren Spaß und die Älteren beäugten mein Moped mit sichtlichem Interesse. Alles lief heiter und entspannt ab. Nach etwa einer Stunde war mein Moped wieder einsatzbereit. Danach ging es weiter nach Ho Chi Minh Satdt, wo ich dann kurz nach meiner Ankunft im Krankenhaus landete. Viel mehr habe ich auch noch nicht von Vietnam gesehen. Dies wird jetzt in den nächsten Tagen nachgeholt.

Dengue-Fieber sorgt für Zwangspause

"Vielleicht ist das ja was für die Touratech-Entwicklungsabteilung in Sachen Gepäcksysteme", schreibt Martin Brucker, der sich zurzeit in Vietnam aufhält, zu diesem Schnappschuss.

Mit einem schönen Schnappschuss meldet sich der Welschensteinacher Martin Brucker (www.auf-dem-weg.jimdo.com), der Richtung Australien unterwegs ist, aus Vietnam. Weniger schön ist, dass er sich bei seiner Fahrt durch Südostasien mit dem Dengue-Fieber infiziert hat. Hier sein neuster Bericht:

 

„Schon spektakulär, was die Leute hier alles auf so ein Moped laden. Da sind wir in Europs ganz schön rückständig. In Südostasien scheint das Motto zu sein: Je kleiner das Moped, desto mehr versucht man draufzuladen.

 

Bin am 12. Juli in Vietnam eingreist. Leider habe ich mich die letzten Tage in Kambodscha mit dem Dengue-Fieber angesteckt und kurz nach meiner Einreise in Vietnam kam das Fieber zum Ausbruch. Bin dann in Ho Chi Minh City in ein Krankenhaus zur Untersuchung und die haben mich erst einmal für vier Nächte und fünf Tage dabehalten und drei Tage mit Infusionen versorgt. Morgen darf ich nochmals kurz zur Nachuntersuchung im Krankenhaus vorbeischauen, danach werde ich wohl noch drei Tage etwas regenerieren und mich dann aufmachen in den Norden Vietnams.

 

Ansonsten alles beim alten. Moped läuft noch. Hab am ersten BMW-Treffen in Ho Chi Minh City teilnehmen dürfen. Das erste Motocrossrennen wurde veranstaltet und ich dazu eingeladen - danach ging es ab ins Krankenhaus, das Dengue-Fieber war dann nicht mehr zu ignorieren. Alles in allem gibt es hier in Vietnam mehr große Mopeds als man annehmen möchte. Laut BMW-Club ca. 60 GS, ca. 120 Ducati, dementsprechend gibt es einen BMW-Club, Ducati-Club, Junior-Club, Senior-Club, Motocross-Club usw.

 

Hab jetzt ja mein eigentliches Ziel Australien vor Augen - mal schauen, wie es dann weitergeht.“

Von Äthiopien nach Südostasien

Äthiopien: Abladen zum Übersetzen
Gleich geht's auf den blauen Nil
Verladen des Mopeds am Hafen von Dschibuti
Über den Golf von Aden geht es in den Jemen
Jemen: Polizeieskorte nach Al Mukalla
Auf der anderen Seite des Meers liegt der Oman
Oman: immer mal wieder Weichsand
und frei zugängliche Dünen
Übernachtung am Strand von Dubai
Indien: Vollmond über Goa
Plattfuß in der Kaschmir-Region
Nepal: nach Muktinat auf 3 800 m
Thourang La Pass auf 5 416 m
Tibet mit seiner beeindruckenden Bergkulisse
Einer der vielen 5000 Meter hohen Pässe.

Nach 14 Monaten und etwa 55 000 gefahrenen Kilometern ist der Welschensteinacher Martin Brucker mit seiner BMW G 650 Xchallenge nun in Südostasien angekommen.  Hier  berichtet er über seine Reise von Äthiopien nach Laos. Kambodscha, Thailand, Vietnam und Malaysia sind die nächsten Stationen - in welcher Reihenfolge wird sich unterwegs ergeben -, bevor es weiter geht nach Australien, Martins eigentlichem Reiseziel.

 

„Ich habe meine Reiseroute unterwegs den Begebenheiten angepasst. Dadurch mehr Länder besucht, mehr Kilometer gefahren, meine Reise etwas verlängert – aber nichts bereut. Aus dem Sudan kommend fuhr ich Richtung Metema der äthiopischen Grenze entgegen. Die Landschaft änderte sich schlagartig von „sandbraun“ in der sudanesischen Tiefebene zu „grasgrün“ auf dem äthiopischen Hochland. Der Grenzbeamte begrüßte mich mit einem freundlichen Lächeln und fragte gleich ohne Umschweife nach dem Schreiben der deutschen Botschaft. Zur Erklärung: Seit ein paar Tagen wird an diesem (und nur an diesem) Grenzübergang  nach Äthiopien ein Schreiben der zuständigen Botschaft über eine Bürgschaft für das mitgeführte Fahrzeug für die temporäre Ein- und Ausfuhr verlangt. Mit einem ebenso freundlichen Lächeln übergab ich dem äthiopischen Grenzbeamten dieses Schreiben, das nun mir gegenüber laut vorgelesen und für gut befunden wurde. Kurz danach war der Einreisestempel im Reisepass und das Carnet de Passage sorgfältig ausgefüllt und abgestempelt, ohne eine Gebühr zu bezahlen – Äthiopien war die erste Grenzstation, an der bei meiner Einreise keine Gebühren für Stempel oder ähnliches angefallen sind. Ich fuhr noch bis an die Nordseite des Lake Tana und stellte mein Zelt bei Kim und Tim im Grünen auf.

 

Die nächsten Tage fuhr ich auf der Westseite des Lake Tana der Hauptstadt der Amhara Region, Bahir Dar, entgegen. Dabei mussten so kurz nach der Regenzeit zwei Flüsse durch- bzw. überquert werden. Etwa 20 km vor Bahir Dar in Kunzilla, ein kleines Dorf durch den blauen Nil geteilt, verhandelte ich mit einem Bootsbesitzer, um mich und mein Moped an das andere Ufer überzusetzen. Nach einer kurze,  aber auch intensiven Verhandlung war der Deal perfekt. So wurde ein Umweg von 100 km nach Bahir Dar eingespart. In der Abenddämmerung erreichte ich Bahir Dar. Mein Zelt stellte ich am Ghion Hotel auf.

 

Die nächsten Tage verbrachte ich mit dem Besuch der blauen Nilfälle und der kompletten Umrundung des Lake Tana. Durch das Niltal und über den blauen Nil erreichte ich Addis Abeba und traf dort auf Dylan, einen weltumfahrenden Schweizer mit seinem Moped. Meine weitere Tourplanung sah vor, mein Moped von Addis Abeba nach Kathmandu fliegen zu lassen. Nach einem Abend und einem sehr guten Gespräch mit Dylan kam ich von dem Vorhaben ab und wir vereinbarten, unseren Weg nach Indien gemeinsam zu gestalten. Wir verabredeten uns für zwei Wochen später in Dschibuti. Dylan erkundete noch den Norden Äthiopiens und ich machte mich, einer Einladung folgend, auf in den Osten des Landes nach Dire Dawa.

 

Nachdem ich die Altstadt von Dire Dawa und auch die Umgebung erkundigt hatte, ging es auf direktem Weg nach Dschibuti-Stadt. In Dschibuti sollte man sich über seinen Sprithaushalt sehr genau im Klaren sein, denn Benzin gibt es nur in Dschibuti-Stadt oder auf dem Schwarzmarkt, was dann wiederum die Reisekasse etwas belastet. Nach etwa einer Woche hatten wir dank großer Mithilfe eines Restaurantbesitzers die Visa für den Jemen im Reisepass. Dieser verabschiedete uns mit den Worten: „Macht mir keinen Scheiß im Jemen“.

 

Ein Boot, das uns und unsere Mopeds in den Jemen übersetzen sollte, war im Hafen von Dschibuti schnell gefunden und mit den Visa in den Reisepässen war die Überfahrt auch kein Problem. Es handelte sich dabei um ein kleineres Holzboot, das Lebensmittel nach Dschibuti verschifft und auf dem Rückweg froh um den kleinen Nebenverdienst durch unsere Überfahrt war. Abends um 19.00 Uhr wurden wir über das Hafengelände zum Boot gebracht und sahen es zum ersten Mal. Dylan und ich waren beide überrascht von dem kleinen Boot und sahen uns verwundert an. Keine Blöße geben jetzt, Preis war verhandelt und der Kapitän war einverstanden, uns mit unseren Mopeds an Bord zu nehmen – auf ins nächste Abenteuer.

 

Unsere Pässe wurden vom Kapitän des Schiffes einbehalten und der Zollbehörde nach der Überfahrt übergeben. Die Mopeds wurden von den Hafenarbeitern über die etwa 1,50 m hohe Reling des Boots gehoben und von uns selbst an der Reling vertäut. Dann ging es auch schon los. Freie Sicht auf den Sternenhimmel während der Überfahrt – geschlafen (zumindest versucht) wurde auf dem Deck des Schiffes. Es gab sonst keine Möglichkeit, sich auszubreiten.  Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück Tee und Sandwiches. Nach der Überfahrt durften wir erstmal an Bord bleiben und uns die Zeit im Hafen vertreiben.

 

Nach etwa 4 Stunden an Deck und im Hafen hatten die Grenzbeamten ein Einsehen mit uns und es ging alles seinen schnellen Lauf. Feierabend stand an, und wir wurden etwas zur Eile angetrieben. Einreisestempel in den Pass, Carnet de Passage bearbeitet und abgestempelt. Nun sollte einer Einreise in den Jemen nichts mehr im Wege stehen. Naja, fast nichts mehr – nur noch der „Türöffner“ am Hafengelände musste überwunden werden.  Die Papiere waren zu aller Zufriedenheit abgestempelt und jetzt standen wir vor dem Tor des Hafengeländes und der Mann, der eben diese bediente, brauchte unsere „Hilfe“ in Form einer kleinen Aufmerksamkeit. Uns wurde unmissverständlich klar gemacht, dass wir ohne diese Aufmerksamkeit nicht vom Gelände kommen. Lamentieren, Drohen, der Verweis auf die deutsche Botschaft, Bitten – half alles nichts. Nach etwa zwei Stunden und einer „Hilfsleistung“ von etwa umgerechnet 5 Euro durften wir endlich auf die Straßen Jemens.

 

Uns wurde schon in Dschibuti von der jemenitischen Botschaft  davon abgeraten, auf dem Landweg nach Sanaa zu fahren, und auch sonst sollte der Norden für uns tabu sein – zu gefährlich! Zunächst ging es über Taizz nach Aden, wo unsere Fahrt auch schon wieder zu Ende war. Wir bekamen eine Eskorte für die nächsten 530 km gestellt. Die Eskorte wechselte immer am jeweiligen Checkpoint. Bis al Mukalla waren wir nun immer in Begleitung von Polizisten. Mal waren es 4, mal 12 Polizisten mit bis zu 3 Fahrzeugen an unserer Seite bzw. vor oder hinter uns. Mal weniger, mal mehr bewaffnet. Ab Al Mukalla durften wir wieder „frei“ fahren.

 

Der Jemen war für mich bis dahin auf meiner Reise ein unbedingtes Highlight. Die Leute sind freundlich und für alles „Neue“ offen, nicht aufdringlich und immer hilfsbereit, wenn es darum ging,  etwas zu essen, ein Restaurant oder eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Die Straße an der Küste entlang hat es in sich, man fährt fast  1000 km immer in Sichtweite zum Meer. Die Landschaft mit  ihren Felsformationen und Sanddünen sucht in dieser Kombination ihres gleichen. Ein Paradies für Mopedfahrer.

 

Zum Oman ging es erstmal auf etwa 1200 Meter und das Visum gab es direkt an der Grenze. Die Ersten, die uns auf der Straße begegneten, waren Kamele, die erschrocken vor unseren Mopeds wegrannten und nach einer Weile einen Haken in das nächste Gebüsch schlugen. Unsere erste Übernachtung war direkt am Meer an einem angrenzenden Strand der Stadt Salalah.

 

In den darauf folgenden Tagen ging es auf direktem Weg durch die Wüste Muscat, der Hauptstadt Omans,  entgegen. Aber nicht ohne immer mal wieder in den Wüstensand abzubiegen, um die eine oder andere Sanddüne zu befahren. Auch der Weg zu den Sanddünen kann durchaus beschwerlich sein, wenn dieser durch unvorhergesehene Weichsandpassagen führt. Wie mussten immer mal wieder unsere Mopeds aus dem Sand befreien. Die Übernachtungen unter freiem Himmel in der Wüste sind nur zu vergleichen mit den Übernachtungen unter freiem Himmel im Iran (Dasht-e Kavir) und in Ägypten (weiße Wüste). Einmaliger Sternenhimmel ohne Blickeinschränkung.

 

In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden wir kurz nach der Grenze an einer Sanddüne von Australiern zum „Snowmobil“ fahren eingeladen, was wir natürlich gerne annahmen. Danach ging es auf direktem Wege nach Dubai, um die Verschiffung der Mopeds nach Mumbai / Indien zu organisieren. In Abu Dhabi fanden wir Unterkunft bei Freunden, und von hier aus organisierten wir das Visum für Indien. Am Abend nach der Verschiffung unserer Mopeds ging es dann per Flieger von Dubai nach Mumbai.

 

In Mumbai durften wir 21 Tage auf unsere Mopeds warten. Die indische Verschiffungsagentur in Dubai hatte nach ihrem Interesse und nicht nach dem Interesse der Kunden – also uns – gehandelt und dementsprechend fiel das Ergebnis aus. Nachdem wir unsere Mopeds wieder in Empfang genommen hatten, hieß es auch schon Abschied von Dylan zu nehmen. Für Dylan ging es weiter in den Süden Indiens um schließlich nach Sri Lanka überzusetzen.

 

Für mich ging es erstmal Richtung Süden nach Goa. Anschließend sah mein Plan vor, nach Norden Richtung Nepal zu fahren. In Nepal wollte ich mein Moped in einen Flieger verfrachten und nach Bangkok fliegen lassen. Aber wie das so ist auf meiner Reise, ändert sich immer mal wieder die Reiseroute. So auch dieses Mal.

 

In Goa angekommen durfte ich Bekanntschaft mit Frank mit seinem Unimog und Martin mit seinem VW-Bus T3 und seiner Familie machen. Die beiden waren gerade in Verhandlung mit einer chinesischen Agentur, um auf dem Landweg über Tibet und China nach Laos zu fahren. Drei Tage blieben ihnen noch, um das Angebot anzunehmen oder auch nicht. Hab mich gleich für die Tour interessiert. Frank und Martin haben mich in ihrer Kleingruppe aufgenommen und mit mir als drittes Fahrzeug in der Gruppe wurde das Angebot nochmals billiger und von uns Dreien sogleich der chinesischen Agentur bestätigt. Da einige Formalitäten im Vorfeld anstanden und bis zur Ausstellung aller Papiere bis zu 3 Monaten vergehen können, war für mich noch genügend Zeit, um mich in Indien umzusehen.

 

Goa, Hampi, Bijapur, Mount Abu, Jaisalmer, Amritsar waren die nächsten Stationen auf dem Weg nach Kaschmir im Norden Indiens. In Srinager habe ich mein „Basislager“ aufgeschlagen und auf Tagesetappen die Umgebung erkundet. Der Weg nach Ladakh über die 5 000 m hohen Pässe war im März noch gesperrt und die Räumungsarbeiten waren im vollen Gange. Konnte den Weg etwa 100 km einfahren, bevor ich dann hinter den Schneeräumfahrzeugen stand.

 

Nach ein paar Tagen ging es weiter nach Khajuraho, zu den Tempeln mit den Figuren des Kamasutra an ihren Säulen und Wänden. Zum Abschluss meiner Indientour stand Varanasi, die heilige Stadt am Ganges, auf dem Programm. Ich blieb vier Tage und beobachtete das bunte Treiben in der Stadt. Am Ufer des Ganges werden die Toten verbrannt, während sich die Gläubigen im heiligen Wasser des Ganges rein waschen. Nun war es an der Zeit, Indien zu verlassen, das Visum lief aus und die Reise durch Tibet und China stand vor der Tür. Vorher wollte ich mich noch etwas in Nepal umsehen.

 

Für Nepal nahm ich mir einen Monat Zeit und meisterte meine ersten 5 000-er. Nach der Einreise in Nepal ging es auf einer sehr schönen und kurvenreichen Strecke nach Kathmandu. Über Pokhara machte ich mich auf nach Muktinat auf 3 800 m, ließ mein Moped am Hotel stehen, um zu Fuß auf den 5 416 m hohen Thourang La Pass zu gelangen. Leider waren  Wetter und Aussicht nicht wirklich gut – nur so viel: 90 Prozent der Aktiv- und Klimakleidung waren am Mann. Nach kurzem Aufenthalt und den obligatorischen Fotos ging es wieder nach Muktinat. Und auf etwas abenteuerlichen Wegen kam ich nach ein paar Tagen wieder in Pokhara an.

 

Jetzt hieß es, das Moped fit für Tibet und China zu machen. Reifen-, Bremsbelag- und Benzinpumpenwechsel standen an. Etwas Kühlmittel für den Kühler kann auch nicht schaden, geht es ja angeblich in Tibet und China mit den Fahrzeugen auf über 5 000 m. Nach den Wartungsarbeiten musste das Visum für China beantragt werden, und dann ging es auch schon zur Grenze nach Tibet (China), wo ich mich mit Frank und Martin verabredet hatte.

 

Tibet; ich freute mich ungemein auf das Neuland auf meiner Tour. Aber erstmal hieß es warten auf den Guide, ohne den geht gar nichts in Tibet oder China. Leider ließ dieser uns an der Grenze fast zwei Tage warten, bevor es ins Abenteuer Tibet ging. Es wurden etliche 5 000 m hohe Pässe befahren, von den Vier- und Dreitausendern, die dazwischen lagen, mal ganz abgesehen. War ein Traum für Mopedfahrer. Es ging auf sehr kurvenreichen Strecken auf die 5 000 m Pässe, die meist noch mit Schnee bedeckt waren. In Tibet zeigte der Höhenmesser am GPS nie weniger als 3000 m an. Auch wenn es nicht regnete und schneite, so  war es doch meist empfindlich frisch. Dafür hat die Landschaft in Tibet mehr als entschädigt und kalt wurde es nur, wenn man an die Kälte dachte. Beim Fahren war man zu sehr damit beschäftigt, die Eindrücke zu verarbeiten. Einfach grandios – komme wieder, keine Frage.

 

Nach Tibet ging es noch einige Tage um Myanmar herum durch China nach Laos dem Mekong entgegen – wo der nächste Ölwechsel an meinem treuen Gefährt anstand. So sitze ich hier in Vientianne am Mekong und plane meine Weiterfahrt nach Australien, meinem eigentlichen Reiseziel.

 

Weitere Infos gibt es au www.auf-dem-weg.jimdo.com

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