Travel Event 2016: Fernweh und Abenteuer


Das Touratech Travel Event 2016 stand ganz im Zeichen von Fernweh und Abenteuer. Trotz der schlechten Wetterprognosen, die gottseidank nicht zutrafen, genossen insgesamt rund 12.000 Besucher ein Programm, das informierte, inspirierte und zum Motorradfahren on- und offroad einlud.

Zwei Tage zuvor herrschte noch landunter, nachdem ein Gewitter mit Starkregen im Raum Niedereschach Straßen überflutet und Keller vollgespült hatte. Dass das Travel Event 2016 dennoch wie geplant stattfinden konnte, war eine organisatorische Glanzleistung.

Wer sich von den unsicheren Wetterprognosen nicht hatte abschrecken lassen, wurde am Freitag mit herrlichem Sonnenschein begrüßt. Die Besucher aus allen Teilen der Welt – darunter Touratech-Distributoren aus Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Griechenland, der Türkei, Indien, Chile, Kanada und Australien – waren gekommen, um neue und alte Freunde zu treffen und die einzigartige  Stimmung zu genießen, die das Touratech Travel Event zu dem macht, was es ist: ein internationales „Familientreffen“ von Motorradreisenden.

Ein ganz besonderes Wiedersehen feierten hier die „United People of Adventure“ (UPoA), die sich zuletzt 8500 Kilometer entfernt gesehen hatten: Sie erlebten am Samstagabend die Premiere des neuen Touratech-Films über ihre Madagaskar-Reise mit Ramona und Herbert Schwarz. Der Erlös der ab Juli / August erhältlichen DVD kommt einem Waisenhaus in Antalaha zugute, für das sich Touratech auch künftig engagieren möchte. Ein Stück Madagaskar konnten sich die Besucher am Stand von Anoushka Paula mit nach Hause nehmen: Der Verkauf von Kunsthandwerk und Gewürzen aus ihrer Heimat, der UPoA-Team-T-Shirts und eines künstlerisch gestalteten Bildbands diente ebenfalls diesem Zweck.

70 Aussteller verwandelten das Touratech-Gelände in eine einzige Festmeile. Mit BMW, Ducati, Honda, KTM, Suzuki, Triumph und Yamaha waren alle großen Motorradhersteller vertreten  und größtenteils mit ihren imposanten Showtrucks angereist. Die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Bikes an einem Wochenende Probe zu fahren, wurde reichlich genutzt.

Wer lieber auf dem eigenen Motorrad saß, hatte dazu bei den geführten Touren, Ausfahrten und Trainings Gelegenheit. Die meisten Angebote waren im Handumdrehen ausgebucht: Für die 760 freien Plätze gab es über 1000 Online-Voranmeldungen. 60 Guides, darunter elf Frauen, waren bei den 82 Touren im Einsatz, verrieten ihre Hausstrecken und gaben Insidertipps. Die Teilnehmer konnten herausfinden, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, Hexen und Waldgeistern nachspüren oder  einen „Kurven-Tsunami“ erleben. Besondere Schmankerl waren die Black-Forest-Whiskey-Tour, die bereits nach einer Stunde voll belegt war, und die Überraschungstour „Girls only“.

Hoch im Kurs standen alle Aktivitäten, die den Fahrern die willkommene Gelegenheit boten, ihr Bike einmal ganz legal im Gelände zu bewegen. Auf Strecken, die normalerweise strikt verboten sind, konnte man „Schwarzwald pur“ mit Sondergenehmigung erleben. Als Abenteuerspielplatz für Reiseenduristen entpuppte sich der neue Offraod-Park „Ultraterrain“ in Geisingen – anspruchsvolle Waldpassagen, Wasserdurchfahrten und künstliche Hindernisse inklusive. Hier war die Nachfrage so groß, dass zusätzliche Einheiten eingeschoben werden mussten.

Aber auch auf dem Touratech-Areal selbst war den ganzen Tag über viel geboten: Vorträge und Workshops zu den Themen Reisevorbereitung, Fotografie, Navigation und Reifenwahl gehörten ebenso zum Programm wie Betriebsführungen, Zweite-Wahl-Verkauf, Interviews und Präsentationen auf der Hauptbühne. Mit ACT (Adventure Country Tracks) wurde ein Projekt vorgestellt, das es jedermann ermöglicht, seinen Traum vom Abenteuer im Rahmen eines ganz normalen Urlaubs zu verwirklichen. Der erste in einer Reihe geplanter ACTs ist eine fünftägige, selbstbestimmte Tour durch Portugal, ausgearbeitet von erfahrenen Touratech-Scouts.

Wo im Vorjahr das Finale der GS Trophy stattgefunden hatte, konnten Anfänger unter Profi-Anleitung Offroad-Luft schnuppern und Fortgeschrittene ihre Fahrkünste verfeinern. Wie man es richtig macht, zeigten die Showfahrten des Enduro-Parks Hechlingen, während Coach Ramney Stroud die theoretischen Grundlagen vermittelte.

Die Herzen der Offroad-Fans ließ auch der von Dirk Schäfer präsentierte Film über den erfolgreichen Einsatz der Touratech Honda Africa Twin RR bei der Hellas Rally höher schlagen.

So international wie die Gäste waren die Vorträge im Tagesprogramm, die von Alaska über Russland und die Pyrenäen bis nach Afrika, Südamerika und Neuseeland führten. Die Abendveranstaltungen auf der Hauptbühne standen ebenfalls im Zeichen von Fernweh und Abenteuer.

Der Multimedia-Vortrag „Am Ende der Straße“ zeigte, wie Dylan Samarawickrama, der in Sri Lanka in Armut aufgewachsen war, seinen größten Traum wahr machte: Er reiste mit dem Motorrad über 200.000 Kilometer durch fünf Kontinente und ließ sich dabei selbst vom Pazifik nicht aufhalten. Als in Panama plötzlich alle Straßen endeten, baute er kurzerhand ein vom Motorrad angetriebenes Floß, um nach Kolumbien zu gelangen.  Ein Vortrag, der das Publikum nicht nur begeisterte, sondern auch motivierte, die eigenen Träume zu leben.
 
Mitreißend, kurzweilig und äußerst unterhaltsam präsentierte Michael Martin im Anschluss Highlights und Anekdoten aus „25 Jahren mit der GS um die Welt“. Mit diesem eigens für Touratech zusammengestellten Vortrag bewies er einmal mehr, warum er die größten Hallen füllt.

Der leichte Nieselregen, der am Samstagabend einsetzte, war gar nichts im Vergleich zu dem, was die „United People of Adventure“ auf ihrer Motorradreise in Madagaskar erlebt hatten. Ihr Kampf gegen Schlamm, Wasser und die Unbilden der Natur ist in einer spannenden Dokumentation festgehalten, die beim Travel Event Uraufführung hatte und mit großem Beifall gefeiert wurde.

Kategorie: Event